Mars: Coprates Catena ©DLR
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Gerhard Mercator 500. Geburtstag

Die Welt feierte im Jahre 2012 den 500. Geburtstag des bekanntesten Kartographen aller Zeiten. Hier finden Sie dazu eine Reihe von Informationen.

Gerhard Mercator, Kosmograph, Kartograph, Theologe und Verleger, wurde am 5. März 1512 in Rupelmonde, Belgien, geboren. Von 1552 bis zu seinem Lebensende war Duisburg sein Lebens- und Schaffensmittelpunkt. Im Spannungsfeld seiner zahlreichen Interessen und Fähigkeiten leistete er wesentliche Beiträge zur Kartographie, die bis heute nachwirken und aktuell sind. Kartographen und Geodäten, Geographen und Historiker würdigen in diesen Tagen das Lebenswerk Mercators.

Gerhard Mercator. Kupferstich von Frans Hogenberg 1574 (Quelle: Wikipedia)

Während seiner Studienzeit in Löwen wurde Mercator von seinem Lehrer Gemma Frisius in die Herstellung von Globen involviert. Seine erste größere kartographische Leistung ist folgerichtig ein 1541 und 1551 erschienenes Globenpaar, das für die Geschichte der Globen wegweisend werden sollte. Bis um 1800 dienten Erd- und Himmelsglobus paarweise der repräsentativen und didaktischen Darstellung der gesamten Welt und des Weltwissens.

Schon auf den Globen zeichnete Mercator die für die Hochseenavigation wichtige Loxodrome ein. Die Idee, Kompasskurse auf einer Karte als gerade Linien darzustellen, entwickelte er in seiner berühmten Wandkarte von 1569 weiter, indem er ihren Kartennetzentwurf vollständig dieser Vorgabe anpaßte. Damit war er aber den praktischen Möglichkeiten der Navigation so weit voraus, dass eine breite Anwendung dieser „Mercatorprojektion“ erst im 19. Jahrhundert stattfinden konnte. Die scheinbare Allgegenwart der winkeltreuen, aber deshalb eben nicht flächentreuen Mercatorkarte über ihren Gebrauch als Seekarte hinaus veranlasste in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts den Historiker Arno Peters, diesen Mercatorentwurf für eine eurozentrische Weltsicht mitverantwortlich zu machen und eine „gerechte Weltkarte“ zu propagieren (siehe auch http://www.dgfk.net/download/DGfzurPeterskarte1985.pdf).


Der winkeltreue Kartennetzentwurf Gerhard Mercators, die so genannte Mercatorprojektion (Quelle: Wikipedia)

Bis zu seinem Lebensende arbeitete Mercator in Duisburg an einer groß angelegten Kosmographie, die eine theologisch-philosophische Gesamtschau der Welt und ihrer Geschichte bieten sollte. Nur einen Teil dieses unvollendeten Hauptwerkes stellte sein erstmals als „Atlas“ bezeichneter Kartenband dar. Im eigenen Verlag produziert und von seinen Söhnen vollendet, erzielte Mercator mit diesen mit äußerster Akribie, kartographischem Feingefühl und Quellenkritik erstellten Karten die wahrscheinlich größte Wirkung bei seinen Zeitgenossen.

Die Deutsche Gesellschaft für Kartographie hat ihre höchste Auszeichnung, die Mercator-Medaille, nach Gerhard Mercator benannt. Sie wurde bisher fünf Mal, zuletzt 2009 an Mark Monmonier, verliehen.

Die KN Kartographische Nachrichten wird Gerhard Mercator und sein Werk mit einem Beitrag von Thomas Horst und Kurt Brunner im Heft 4/2012 (August) würdigen.

Veranstaltungen aus Anlass des 500. Geburtstags Gerhard Mercators:


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