Gletschergebiet Tujuksu, Sailiski Alatau ©Institut für Photogrammetrie und Kartographie der TU München
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Neogeographie – Kompetente Partizipation oder Illusion von Demok

Call for Abstracts bis 15.05.2017

Fachtagung vom 16. bis 17. November 2017 in Leipzig – Vorschläge für Vorträge und Posterpräsentationen können bis zum 15. Mai eingereicht werden.

Das World Wide Web öffnete in den vergangenen Jahren zunehmend Möglichkeiten, mit einfachen Mitteln Webkarten für eigene Ziele und Zwecke zu erstellen und zu verbreiten. Schnell wurde aus wissenschaftlicher Perspektive die Schnittmenge des sogenannten Prosumers ausgemacht, und immer wieder stand die Demokratisierungsthese im Raum: Potenziell jeder sei in der Lage, leicht zugängliche Kartierungstools zu nutzen und die Welt mit seinen kartographischen Beiträgen zu bereichern.

Doch was sagt die Empirie? Wer sind die "Neogeographinnen und -geographen" in der Praxis? Inwieweit sind nutzergenerierte Karten von öffentlichem Interesse oder richten sich an bestimmte Zielgruppen? Welche neuen Anforderungen ergeben sich an die Nutzerinnen und Nutzer solcher interaktiven Karten? Ist es notwendig, einen besonderen Umgang mit nutzergenerierten kartographischen Inhalten zu etablieren? Und wenn ja, wie kann dieser gefördert werden?

Die Tagung möchte sich unbefangen von idealisierten oder technikorientierten Verheißungen mit der Frage beschäftigen, wie sich das Konzept der Neogeographie (Turner 2006) in den letzten zehn Jahren tatsächlich entwickelt hat. „Demokratisierung“ soll dabei nicht nur auf einen erleichterten Zugang zu Kartierungswerkzeugen verweisen, sondern auch die potenzielle Vielfalt vermittelter Weltbilder ansprechen. Daran anknüpfend stellt sich die Frage, inwieweit Nutzer strategische oder instrumentalisierende Raumkonstruktionen durch Web 2.0-Karten reflektieren. Ein niederschwelliger Zugang zu Kartierungswerkzeugen garantiert nicht automatisch einen kompetenten Umgang mit Karten. Im Mittelpunkt der Tagung sollen daher die Kompetenzen nicht-kartographisch ausgebildeter Produzenten und Nutzer stehen:

Wie gehen kartographisch nicht ausgebildete Personen mit Map Making Tools um und wie unterscheiden sich ihre Karten von professionell erstellten Geovisualisierungen?
Welche Faktoren und Vorkenntnisse spielen bei der Bedienung und Erschließung interaktiver Webmaps durch Nicht-Kartographen eine Rolle?
Wie interpretieren und bewerten Rezipienten nutzergenerierte Karten?

Anhand der gesammelten Eindrücke von Nutzerperspektiven und -anforderungen sollen auf einem Abschlusspodium Bedingungen und Einschränkungen für die Legitimität der Demokratisierungsthese erörtert werden.

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Call for Abstracts

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